Glücklichsein im Ausland: So klappt es!

Wenn wir den großen Schritt wagen, im Ausland einen Neuanfang zu wagen, liegen dieser Mammut-Entscheidung viele Motivationen zugrunde. Zum einen wollen wir eine bessere Lebensqualität (was natürlich meist sehr subjektiv ist und im Auge des Betrachters liegt), zum anderen aber vor allem: Glücklichsein.


Wir wälzen Broschüren, googeln Infoseiten, tauchen ein in die Andersartigkeit des Landes unserer Träume - wir haben Schmetterlinge im Bauch, wenn wir plötzlich die Sprache hören, wenn wir nach und nach unseren Liebsten vom großen Schritt erzählen, und fühlen einen merkwürdigen Cocktail aus Freiheit, Nervosität, Vorfreude und Rebellentum.


Du weißt, dass Du den Mut hast, etwas zu wagen, von dem die meisten ihr Leben lang nur träumen. Und seien wir mal ehrlich: Es erfordert schon jede Menge Charakterstärke, dem "Einfachen", "Bekannten" und "Heimischen" den Rücken zu kehren und in der Fremde bei Null anzufangen. Das will (und kann) nicht jeder. Aber Du bist ja auch nicht wie alle anderen. Dein Nomadenherz schlägt höher, wenn Du der Kassiererin Tschüss sagst, als Du merkst, dass das der letzte Einkauf im Supermarkt um die Ecke war. Wenn Du dem Makler die Schlüssel zu Deinem alten Zuhause übergibst, spürst Du ein Kribbeln im Bauch.


Ich erinnere mich an meinen letzten Tag in unserer alten Wohnung. Ich wollte noch mal schnell zum Bäcker auf der anderen Straßenseite - dabei war ich so aufgeregt, dass ich bei Rot über die Straße lief. Es kam ja kein Auto. Prompt mahnte mich ein pflichtbewusster Rentner aus seinem Küchenfenster. "Junge Frau! Sie sind bei Rot über die Straße gelaufen. Das habe ich genau gesehen!" Ich grinste nur. Adiós, Deutschland, dachte ich.


Wenn Du auswanderst, hast Du viele "letzte Mal"-Momente.

Das letzte Mal zum Lieblingsfrisör.

Das letzte Mal Pfandflaschen wegbringen.

Das letzte Mal zum Bürgerbüro.

Das letzte Mal zur Arbeit gehen.

Das letzte Mal zum Sonntagskaffee bei Oma.

Das letzte Mal im eisigen Regen am Bahnhof stehen.




Aber trotz Sonnenschein, aller Exotik und einem neuen Leben kommt das Glück im Ausland nicht von alleine. In den knapp zwei Jahren in Mexiko hatte ich auch oft Momente, in denen ich traurig war, weil ich meine Identität verloren hatte. Obwohl ich gut Spanisch sprach, konnte ich nicht so witzig und ironisch sein, wie ich es auf Deutsch war. Humor ist ein großer Teil meiner Persönlichkeit - diesen zu übersetzen, war wirklich schwierig. Die lockere Ruhrpott-Manier lässt sich eben nicht gut auf eine andere Kultur übertragen!


So hieß es oft: Anpassen. Abwarten. Im Kopf lachen, weil mich eh niemand verstanden hätte. Das bedrückt auf Dauer.

Außerdem dachte ich oft, dass viele Erfahrungen gar nicht "zählen", weil ich sie ja nicht Zuhause erlebt hatte. So wurde ich zum Beispiel Grundschullehrerin, aber eben in Mexiko. Ich hatte einen neuen Freundeskreis, aber eben einen mexikanischen. Jede Begegnung, egal wie herzlich, war ohne Konsequenz für meine Verwandten daheim, weil sie die Personen ja nicht kannten. Ich schloss meinen Master in Mexiko ab, sogar mit Auszeichnung. Aber eben in Mexiko - nicht in Deutschland, und niemand wäre je in der Lage gewesen, mal eben in den Flieger zu springen und bei meiner Urkundenübergabe dabei zu sein.


Ich wurde schwanger und hatte den ersten Ultraschalltermin - aber so weit weg von Zuhause, dass es irgendwie fast nicht zählte. Oder doch? Oft dachte ich, dass meine Erfahrungen aus Deutschland in Mexiko nicht zählten, und die aus Mexiko nicht in Deutschland.


Anfangs war es für mich auch in England so. Die englische Art ist anders als die deutsche. Der Humor ist anders. Der Smalltalk ist gewöhnungsbedürftig. Das Understatement sowieso (hier entlang zu meinem Video zu diesem Thema). Ich war oft genervt, direkt nach dem zweiten Satz gefragt zu werden: "So, where are you from, then?"


Dann habe ich nur noch den Mund aufgemacht, bis mein Satz sowohl grammatikalisch als auch von der britischen Aussprache her perfect war. Und dann war der Moment fast verflogen - das Gesprächsthema war ein neues, und ich stand da, mit meinem perfekten Satz im Kopf, und ohne Gegenüber.




Bis ich irgendwann erkannte, dass ich keine Version meiner Selbst spielen muss, sondern meine Andersartigkeit einfach feiern kann, indem ich mir treu bleibe. Perfektion hemmt. Authentizität braucht Mut. Wenn Du Dich der Welt zeigen willst, musst Du Verletzlichkeit in Kauf nehmen. Anders geht es nicht. Das ist der Preis, den man zahlen muss, wenn man sich wirklich wohlfühlen und man selbst sein will.


Wer sich immer nur anpasst, verfehlt den Sinn. Das Ziel ist es, mit seiner gesamten Andersartigkeit ein Teil einer Gemeinschaft zu werden.


The opposite of belonging is fitting in. - Brené Brown



Wenn man in einem neuen Land ankommt, ist man erstmal lange NIEMAND. Und dann, nach und nach, wenn sich die Skepsis in den Köpfen der Leute abbaut und man Anschluss findet, ist man der NEUE. Bis man vielleicht nach Jahren mal promoviert wird und dann EINER VON DENEN ist.


In Südengland gibt es Dörfchen, wo selbst Nordengländer, die seit 35 Jahren Teil der Nachbarschaft sind, nicht wirklich "dazu gehören".


Es macht müde, immer zu "den Anderen" zu gehören. Manchmal kommen Zweifel auf, ob der Schritt überhaupt der Richtige war. Schließlich war das Leben in der Heimat doch gar nicht so schlecht. Man wusste wenigstens, wo alles war, wie alles ablief, hatte Freunde und Verwandte in Reichweite und keine sprachlichen Herausforderungen.

Solche Tiefpunkte sind ganz normal.




Wenn Du Dir dessen bewusst bist, dass das Ausland nicht per se glücklich macht, sondern das Glück etwas ist, das vielmehr aus Dir heraus wachsen muss, ist der erste wichtige Schritt bereits getan.


Plane, wie Du bei Rückschlägen und Tiefpunkten reagieren würdest. Stelle Dich darauf ein, dass Du Dich erst einmal mit vielen Platituden und Oberflächlichkeiten begnügen musst. Es dauert Zeit, in Südengland wirklich tiefgründige und feste Freundschaften zu schließen.


Achte darauf, Dein eigenes Glück zu pflegen - auf Deine mentale Gesundheit zu achten, Dir unschöne Momente nicht zu Herzen zu nehmen, mit jeder Herausforderung zu wachsen. Der Schritt ins Ausland ist eine Mammut-Entscheidung, die Dich ein Leben lang begleiten und Dir Erfahrungen bringen wird, die Du Dir im Moment noch gar nicht ausmalen kannst.


Ich bin für Dich da, um Dich bei diesem Riesenschritt zu begleiten. Damit möchte ich Menschen wie Dir das Leben erleichtern, Mut stiften und den kulturellen Einstieg vereinfachen. Genau das hätte ich mir nämlich damals auch gewünscht!


Sieh mich als Deine Nomadenherz-Schwester und Mutstifterin :)


Alles Liebe aus Dorset,

Deine Katie




#auswandern #expatcoach #südengland






Sag hallo

©2020 liebevoll erstellt von Katie Caiger

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Photography (c) by Katie Caiger & Emma Frances