Warum Umdenken beim Auswandern belohnt wird

Aktualisiert: Juni 27

Immer wieder lese und höre ich den Satz: „Ja, aber mit meiner Ausbildung/ Berufserfahrung/ Studienrichtung finde ich doch eh keinen Job im Ausland!“.


Das scheint für viele der springende Punkt zu sein. Was man im Heimatland gelernt hat, wird im Ausland nicht anerkannt. Die Fachausbildung, für die man so viel büffeln musste, gibt es gar nicht im Land XY. Das Studium, das man in der Heimat so gerne gemacht hat, bietet scheinbar keinerlei Berufsaussichten...



Lass mich Dich auf eine Reise mitnehmen, wenn Du 3 Minuten Zeit hast.


Von Haus aus bin ich Fremdsprachenkorrespondentin. Acht Silben. Den Titel allein fehlerfrei auszusprechen ist eine Meisterleistung für sich. Die Ausbildung einem Mexikaner oder Engländer zu erklären, eine ganz andere Sache. Studiert habe ich Spanische Sprache und Kultur sowie Anglophone Studies (also „englischsprachige Studien“). Den Master habe ich in American Studies mit Nebenfach in Anthropologie gemacht. Daneben, weil mir das alles nicht „handfest“ genug war, habe ich noch ein Studium in Europäischer Betriebswirtschaft abgeschlossen. So.


Was mache ich damit jetzt? Das konnten uns selbst die Professoren an der Uni nicht beantworten. Einer hat es mal lapidar so ausgedrückt: Naja, alles und nix“.



Well, well. Es liegt immer an einem selber, wie gut man sich verkauft. Unsere Aufgabe liegt doch darin, die eigenen Stärken und Interessen zu finden. In Mexiko habe ich mit meinen Sprachen und Mathekenntnissen, aber auch meinen vielen Jahren als Nachhilfelehrerin, eine Festanstellung als Grundschullehrerin in einer wundervollen Schule bekommen. Nachdem ich die Schule online gefunden hatte, nahm ich all meinen Mut zusammen, übersetzte meinen Lebenslauf und stelle mich direkt bei der Direktorin vor. Nach einer sehr netten Unterhaltung und Gehaltsverhandlung wurde mir ein Angebot gemacht, ich bekam die notwendigen Papiere, und siehe da, mein Traum von meiner eigenen Klasse war Wirklichkeit.



Als wir von Mexiko nach England umzogen, weil unsere Tochter unterwegs war, wusste ich, dass ich unbedingt von zuhause aus Geld verdienen und zur Deckung unseres Lebensunterhaltes beitragen, aber auch meine eigene Erfüllung finden wollte. Mir war einfach immer klar, kein Expat-Anhängsel werden zu wollen, sondern mit beiden Beinen unabhängig im Leben zu stehen und meinen eigenen Weg zu gehen. Also beschloss ich, mich als freie Übersetzerin zu bewerben. Innerhalb von wenigen Tagen bekam ich meine ersten Probeaufträge, auf die dann bezahlte Aufträge aller Größenordnungen folgten. Nach nur zwei Jahren war mein Auftragspensum so hoch, dass ich es nicht mehr allein bewältigen konnte – so gründeten mein Mann (ebenfalls Übersetzer mit M.B.A. im Bereich Finanzen) und ich eine Limited Company, das britische Äquivalent zur GmbH. Er hing seinen Bürojob an den Nagel und startete voll durch. Von meinen bescheidenen Anfängen als übernächtigte Mama, die vom Küchentisch aus die ersten Jobs an Land zog, haben wir uns zu einem erfolgreichen Unternehmen entwickelt und uns einen guten Lebensstandard ermöglicht.


Die einzigen Grenzen für Deinen Verdienst und Deine Jobaussichten setzt Du Dir selber. Meine Einladung an Dich: Wage es, umzudenken. Was liegt Dir? Was interessiert Dich? Worin könntest Du Dich stundenlang verlieren? Was lässt Dein Herz höher schlagen?

Nicht jedem liegt die Selbstständigkeit, das ist mir klar. Ich würde mir einfach nur für Dich wünschen, falls Du Dich gerade in dieser Zwickmühle befindest, dass Du Dir gut überlegst, was Du alles anbieten kannst. Oft ist es gar nicht das Gelernte oder Studierte, was einen so begeistert. Man entscheidet sich aus Vernunft, Pragmatismus oder Ratlosigkeit für eine Berufslaufbahn und „macht es dann halt“. Weil die Rente gut ist, man einen Firmenwagen gestellt bekommt, oder der Vater einem dazu geraten hat. Oder weil die Noten für etwas anderes nicht gereicht hätten.


Wenn Du Dir ein Leben im Ausland so sehr wünschst, findest Du Deinen ganz eigenen Weg. Eine Auswanderung eröffnet Dir neue Möglichkeiten und bietet Dir die Gelegenheit, Dich noch einmal ganz neu zu erfinden.

Vielleicht gab es immer schon einmal etwas, das Du gerne machen oder ausprobieren wolltest? Dann versuche es doch mit einem Work Experience im Land Deiner Träume. Strecke Deine Fühler aus, indem Du neben Deinem Beruf etwas aufbaust. Es muss ja nicht gleich eine radikale Änderung sein. Ich kenne eine Bankberaterin, die sich nebenbei als Hochzeitsplanerin selbstständig macht, weil ihr das so viel Spaß macht. Und eine Mutter von vier Kindern, die immer Fotografin werden wollte und inzwischen ständig ausgebucht ist. Ich habe mit einem ehemaligen Maurer studiert, der sein Abitur nachgeholt hat und dann mit mir Sprachen studierte, um endlich Sprachlehrer zu werden.


Das Leben ist zu wertvoll, um sich mit Mittelmäßigem zu begnügen. Denke um. Blicke über den Tellerrand hinaus. Hab Mut.


Ich habe gelernt, dass Einfallsreichtum und Mut im Ausland wirklich belohnt werden. Vielleicht nimmst Du Dir eine halbe Stunde Zeit und schreibst Dir einfach mal all das auf, was Du gerne machst und was Du anbieten könntest. Wenn Du weißt, WAS Du willst, kommt das WIE von ganz allein.


Wie sangen Wir sind Helden noch gleich? Wir können alles schaffen, wir müssen nur woll´n...


Wenn ich Dir auf dieser Reise behilflich sein kann, melde Dich sehr gerne. Ich berate Menschen u.a. zum Bewerbungsprozess in Großbritannien und biete Coaching in englischer Sprache für die gezielte Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche an.


Viel Glück & alles Liebe,

Deine Katie



Auf Instagram findet übrigens jeden Sonntag um 20.00 Uhr eine Live-Q&A statt, wo Du Deine Fragen stellen kannst! Ich würde mich freuen, wenn Du dabei wärst. Das Thema "Umdenken im Ausland" schneide ich auch in diesem Video an. Schau mal rein!


#auswandern #lebenimAusland #expatleben

Corfe Castle, Dorset (England)

©2020 liebevoll erstellt von Katie Caiger, Die Auswanderin.

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Photography (c) by Katie Caiger & Emma Frances