Und wieso ausgerechnet Dorset?

Eine Frage, die mir bestimmt schon hundert Mal gestellt wurde - sowohl von Einheimischen als auch von Freunden und Familie. Einheimische können es meist nicht ganz begreifen, wenn ich von ihrer Grafschaft schwärme und all das aufliste, was mich hierher verschlagen hat. Die Ironie des Lebens - wenn man täglich alles vor der Nase hat oder von Geburt an nur das Eine gewöhnt ist, weiß man es oft nicht richtig zu schätzen. Kennst Du das auch?


Meist ist es doch so, dass, erst wenn man in die weite Welt hinausgeht, an Erfahrungen dazu gewinnt und Vergleiche ziehen kann, einem plötzlich klar wird, dass die eigene Heimat eigentlich doch ziemlich besonders war. So geht es hier vielen Locals, die nach dem Studium in Bath, Bristol oder London dann wieder zurückkehren nach Dorset, weil sie vor allem Eines so vermisst haben: die Landschaft!




Als Jugendliche hätte ich es wahrscheinlich nie für möglich gehalten, mal auf dem Land zu wohnen. Land war für mich ein Synonym für Langeweile, Dinge verpassen. Und siehe da: in den späten Zwanzigern führte mein Weg genau dorthin! 🥰



Was war es an Dorset, das mich dazu brachte, herzuziehen?


Well.

1.) Die Nähe zum Meer steht ziemlich oben auf der Liste. Ich liebe es, von unserem Haus aus nur wenige Schritte bis zur Küste gehen zu müssen - und dann dazustehen, vor mir das blaue, manchmal schroffe Meer, über mir der stimmungsvolle Himmel, hinter mir die grüne Landschaft. Wenn ich an der Küste entlang spaziere, fühle ich mich im Reinen mit mir und der Welt.



Das Leben in Strandnähe hat einen ganz eigenen Vibe. Die Menschen sind entspannter, offener, irgendwie glücklicher. Im Sommer ist das Küstenstädchen Swanage überlaufen von Menschen in Badekleidung und sandigen Flipflops, und das gehört einfach dazu wie das Fish & Chips auf die Hand nach einem Tag am Strand. Wem der Trubel in den Sommermonaten zu viel wird, der kann immer noch ruhigere Fleckchen finden - es gibt Strandabschnitte, an denen wir ganz ungestört entspannen können.


Aber es ist vor allem das Gemeinschaftsgefühl vor den Beach Huts (ausgestattete Strandhütten, die aufgrund ihres steigenden Werts von Generation zu Generation weitergegeben werden, man kann sie für kleines Geld tages- oder wochenweise mieten), das das Leben hier so reizvoll macht. Hier trifft man sich zum Grillen, Entspannen, Singen und Sonne tanken.

Wir sind zu jeder Jahreszeit am Strand - gerne auch mit unserer Hündin Frida, die in der Nebensaison von September bis Mai unangeleint rennen und toben kann.


2.) Die Ruhe. Unsere Kinder können ungestört und sorgenfrei spielen, rennen, Buden bauen, mit ihren Kuscheltieren picknicken und mit ihren Walkie-Talkies Abenteuer erleben. Die beiden Mädels haben eine Kindheit, von der viele nur Träumen können - und dafür bedanken wir uns jeden Tag. Weil wir so viel draußen sind, schlafen die Beiden wie Steine :)


3.) Die Lage. Abgeschieden, aber trotzdem nah dran an allem, was zählt. Nicht ohne Grund ist Dorset unter Londonern eine besonders beliebte Grafschaft für den Zweitwohnsitz. Von der Halbinsel Purbeck aus sind es 20 Minuten in die nächstgrößere Stadt Poole, 30 Minuten nach Bournemouth und 45 Minuten nach Ringwood und Dorchester - wenn man mal Lust auf Kino, Ausgehen, Tanzen, Theater oder ein Konzert hat.


Bournemouth lockt mit preisgekrönten Stränden, Nightlife und Restaurants

Zweimal im Jahr nehmen wir den Zug nach London, um dort mit den Mädels für ein langes Wochenende in den Großstadttrubel einzutauchen, mit der Tube zu fahren, zum National History Museum zu gehen und an Sehenswürdigkeiten wie dem Buckingham Palace vorbeizuschauen (und auf dem Southbank Food Market etwas Leckeres essen zu gehen). Es ist immer wieder erstaunlich für uns alle, wie müde man ist nach einem Tag in der Großstadt! Und wie laut es nachts doch ist! Und wie hell! Und wie viel Verkehr, bis spät in die Nacht!


Im Gegenzug hatten die Enkel unserer Zweitwohnsitz-Nachbarn aus London vorher noch nie eine "echte Kuh" gesehen. Stadtmaus meets Landmaus.

4.) Die Schulen. Dorset hat viele sehr gute öffentliche und private Grundschulen und weiterführende Schulen. Weil Schulen in Großbritannien von OFSTED (britische Behörde für Normen im Bildungswesen) objektiv beurteilt und bewertet werden, hat man als Eltern die Möglichkeit, sich ein gutes und unvoreingenommenes Bild von der Qualität der Schulen in seinem Umkreis zu machen.

Der Schultag geht hier von 8.45 bis 15.05 Uhr, aufgeteilt durch ein gemeinsames Mittagessen, das bis zum Year 3 kostenlos ist. Schulanfang ist in dem Schuljahr des 5. Geburtstages, das heißt also, dass manche Kinder mit 4 Jahren eingeschult werden. Dass das allerdings gar nicht "schlimm" ist, wie ich anfangs als Deutsche befürchtet hatte, liegt vor allem daran, dass alles sehr liebevoll und spielerisch unterrichtet wird. Ein starker Fokus gilt christlichen Werten und dem Lernen im Freien. Auch der Lehrplan ist in allen Schulen gleich, sodass man nahtlos wechseln kann, sollte man innerhalb von England umziehen.


5.) Die Menschen. Eines vorweg: Es hat einige Zeit gedauert, bis ich alle kulturellen Feinheiten und Eigenarten der Engländer verstanden und zu schätzen gelernt habe. Wie in jedem Land gibt es natürlich auch hier ein breites Spektrum - es gibt Einheimische, die noch nie im Ausland waren (und stolz sind auf die Tatsache, keinen Reisepass zu besitzen). Es gibt andere, die die Augen verdrehen, wenn Touristen angerollt kommen (immer noch mit Abstand die größte Einnahmequelle für die Gegend).


Es gibt solche, die Deutschen gegenüber immer noch nicht warm werden. Das, denke ich, findet man aber überall. Nach 8 Jahren hier kann ich sagen, dass wir uns sehr gut eingelebt und integriert haben. Wir haben getrennte und gemeinsame Freundeskreise, Hobbys, andere Eltern von der Schule, mit denen wir gerne quatschen und unsere Freizeit verbringen. Entgegen aller Vorurteile gegen die "verschlossenen, frigiden Briten" sind meine Freunde extrovertiert, offen und weltgewandt.


Wie sagt meine Mama immer: "Wie man in den Wald hereinruft, so schallt es auch hinaus." Ich bin fest davon überzeugt, dass man in fast jedem Land Anschluss finden kann, wenn man die richtige Einstellung mitbringt.

In diesem Video erzähle ich von den Dingen, die ich über England und die Engländer gelernt habe. Hier ein kleiner Einblick in unser Leben im schönen Südengland.




Top-Ausflugsziel in Dorset: Durdle Door

Du könntest Dir ein Leben in Dorset vorstellen?


Die Mehrheit meiner KundInnen hat sich den Coronavirus und das Home-Office zunutze gemacht und sich in die Vorbereitung und Planung zur Auswanderung nach Südengland gestürzt. Ich biete liebevolle und gezielte Unterstützung beim Englischlernen, bei der Häuser- und Wohnungssuche, bei der Jobsuche, helfe bei der Studiengang-Suche und berate zum Thema Selbstständigkeit und Firmengründung im Vereinigten Königreich. So lässt sich die Zeit momentan gerade gut nutzen!


Melde Dich gerne, falls Du Interesse an einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch hast. Bis dahin wünsche ich Dir und Deinen Lieben vor allem Eines: Bleibt gesund!

Liebe Grüße von der Insel,

Deine Katie :)


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