• Katie Caiger

Warum alles mit einer guten Geschichte beginnt

Heute geht es erst mal nach Paris đŸ‡«đŸ‡· fĂŒr Dich und deswegen, mache es Dir bequem. Stell Dir einfach vor, dass wir uns in der Mitte des letzten Jahrhunderts befinden. In der Hauptstadt Frankreichs, da, wo noch Jazz und tolle Clubs ihr Unwesen treiben (hier kannst Du Dir die Folge direkt anhören)!


Und es gab einen ganz besonderen im Herzen von Paris und es war ein Ort, wo jeden Abend Menschen zusammenkamen. Haut an Haut.



Kaum vorstellbar heutzutage, oder? Wie sie tanzten und feierten und tranken. Lachten. Wahrscheinlich auch mal die ein oder andere Kebbelei starteten. Sich kennenlernten, kĂŒssten, verliebten.


Du kannst, wenn Du möchtest, vor Deinem geistigen Auge Platz nehmen. Such Dir das Sofa aus in diesem Jazzclub, dass Dich am meisten anspricht. Vielleicht da in der Ecke oder direkt hier vor der BĂŒhne, wo Du die Band gut sehen kannst. Oder vielleicht setzt Du dich auch an die Bar. đŸ·


Stell Dir vor, was Du anhast. Und mache Dir diesen GerĂ€uschpegel in der Bar mal ganz bewusst. Es ist Wahnsinn, wie laut es hier ist. Die Band, die spielt Freestyle Jazz und ĂŒberall wird gelacht und sich unterhalten auf Französisch. Manchmal hörst Du englische GesprĂ€chsfetzen, vielleicht auch hier und da einen deutschen. Und Du sitzt hier und saugst es alles auf. Die Musik. Den klebrigen Boden unter Deinen FĂŒĂŸen. Die BerĂŒhrungen von anderen Menschen, die sich an Dir vorbei drĂ€ngen.


Die GerĂŒche. Das Zedernholz von der Bar. Den Gin Tonic, den Du unmissverstĂ€ndlich wiedererkennst. Die rauchige Luft. Die hitzige, schwitzige AtmosphĂ€re. Teures Pariser Parfum. Die Schminke der Darstellerinnen, die sich gerade neben Dich stellen, um einen Drink zu ordern. All das nimmst Du wahr. All das lĂ€sst Du mal sacken und in jeder Körperzelle ankommen. Es ist eine andere Epoche, ein anderes Zeitalter, in dem Du dich hier befindest. Und doch ist es so lebendig und so glasklar.


Du nimmst einen Schluck von Deinem Lieblingsdrink und spĂŒrst, wie er Deine Kehle runter gleitet durch die Speiseröhre. Und Du nimmst diese Erfrischung wahr und ganz dankbar wahr, weil es dort ziemlich warm ist. Und siehst, wĂ€hrend Du dich so nach links drehst und ĂŒber Deine Schulter guckst, wie drei MĂ€nner an einem Tisch sitzen. Dort hinten in der Ecke. Und diese drei MĂ€nner, die fallen Dir auf, weil sie so leidenschaftlich sind und ganz wild gestikulierend mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen, und einer steht auf und unterstreicht das, was er meint, mit seinem kompletten Körper.


Er redet angeregt auf die beiden ein und Du nimmst wahr, dass sie alle recht gleich gekleidet sind und vom Typ her sich recht Ă€hnlich sehen. Vielleicht sind es BrĂŒder, vielleicht Cousins. Mach Dir ein genaues Bild von diesen drei MĂ€nnern, diesen drei Franzosen dort. Leidenschaftlich wild, mit einem Drink in der Hand, was sie alles wahrnehmen. Einer macht sich wild Notizen auf einem Bierdeckel. Oder ist es eine Serviette? Du kannst es kaum erkennen. Irgendwas planen die drei. Was ist es? Was meinst Du?


Wir werden jetzt ungefĂ€hr 80 Jahre vorspulen. Wir schreiben das Jahr 2021. Es ist Oktober. An einem knackig kalten, aber sonnigen Tag fahre ich mit meinem Mann Daniel, nachdem wir die Kinder abgesetzt hatten, in ein großes Shoppingcenter hier in Southampton und ich habe die Worte meiner Ă€ltesten Tochter in den Ohren, die gesagt hat: "Mami, denk dran, gönn Dir auch mal was."